In Neustadt lud ein Polit-Parcours vom 23.04. bis 27.04.2018 ein, sich mit dem Thema „Flucht“ auseinanderzusetzen. Acht Schülerinnen und Schüler der Martin-von-Tours-Schule unterstützten das Projekt im Historischen Rathaus, indem sie als Peers (Gleichaltrige) alle teilnehmenden Klassen begleiteten und durch verschiedene Stationen führten. Veranstaltet wurde der Parcours von dem Marburger Verein BSJ und sechs Sozialarbeiter/innen, zu denen auch der Schulsozialarbeiter Lars Kietz gehörte.

Am Montag und Dienstag waren die Neuntklässler/innen Max Bieker, Karolina Foos, Lisa Gies und Ilayda Gökkurt für die Führung des Parcours eingesetzt. Donnerstag und Freitag übernahmen Jessica Miller, Christine Lotz, Lena Widlinski und Jan Wiegant diese Aufgabe.

Alle teilnehmenden Klassen wurden am Anfang von einem BSJ-Mitarbeiter auf Englisch oder Arabisch in Empfang genommen und mussten sich in eine Liste eintragen. Anschließend bekamen sie bunte Bänder um das Handgelenk, wurden zur Seite geschickt und mussten sich ruhig verhalten. Dies sorgte bei einigen der jüngeren Schüler für Verwunderung und Verunsicherung. Danach wurden die Jugendlichen aber auf Deutsch begrüßt und ihnen wurde erklärt, dass sie zuvor so begrüßt worden seien wie die Flüchtlinge auch, damit sie verstehen können, wie man sich fühlt, wenn man als Flüchtling in ein fremdes Land kommt.

Daraufhin begaben sich die Teenager zu den einzelnen Stationen. Im Empfangsbereich sahen sie sich einen Videoausschnitt von zwei Jungs an, die von ihrer Flucht erzählten und was für Gefahren dabei auftreten können: Sie wurden zeitweise eingesperrt, bestohlen und sie mussten immer wieder Geld nachzahlen, um weiterreisen zu können. Im gleichen Raum war ein Spiel aufgebaut, dass die Flucht nach Deutschland darstellen sollte.

Im oberen Stockwerk bestand eine Aufgabe darin, in drei Minuten einen Koffer zu packen. Die Jugendlichen durften nur sieben Gegenstände mitnehmen und danach wurde besprochen, warum etwa gerade ein paar Schuhe oder ein Handy mitgenommen wurden. Danach sahen sie sich noch ein Video an, in welchem die Flüchtlinge sowohl in einem positiven und einem negativen Licht gezeigt wurden. Anschließend diskutierten die Teilnehmer darüber.

Eine andere Station behandelte das Thema „Menschenrechte“ und die Schüler tauschten sich darüber aus. In einem anderen Raum bekamen die Schüler Videos auf Arabisch zu sehen und sollten dann herausfinden, was die Person gesagt haben könnte und dann darauf antworten, um ein Gespür für Missverständnisse zubekommen. Zum Schluss zog sich ein Freiwilliger Kopfhörer mit lauter Musik auf. Seine Gruppenmitglieder wurden dann beauftragt, ihm/ ihr einen Satz (z.B. „Gehst du mit uns in den Park?“) gestisch zu übermitteln.

Als alle Stationen bearbeitet waren, fand eine Abschlussrunde statt, wo die Teilnehmer sagen konnten, wie sie den Polit-Parcours fanden. Viele zeigten sich erstaunt darüber, wie lange und wie weit die jugendlichen Syrer etc. geflüchtet waren und wie viele schlimme Dinge sie auf ihrer Flucht erlebt hatten. Ein Mädchen war auch erschrocken darüber, dass viele ohne Eltern geflüchtet waren.
Auch die Peers der neunten Klassen fanden die Veranstaltung gelungen, lehrreich und würden noch einmal mitmachen.

Christine Lotz (Jahrgangsstufe 9)