Der Vorlesewettbewerb der Jahrgangsstufe 6 ist längst schon Tradition an der Martin-von-Tours-Schule und sorgte am 1. Dezember wieder für viel Spannung: In diesem Jahr konnte sich Jerome Fakkoornejad aus der Klasse 6b gegen fünf Mitstreiter durchsetzen und überzeugte vor allem mit seinem gekonnten Vortrag eines unbekannten Textes. Er wird die Neustädter Gesamtschule  in ein paar Wochen auf nächster Ebene beim Regionalentscheid vertreten.

Leicht fiel der vierköpfigen Jury die Entscheidung allerdings nicht: „Ihr habt euch alle sehr viel Mühe gegeben“, lobte Roland Schade das Engagement der sechs Klassensieger, die im großen Prüfungsraum um den Schulsieg wetteiferten. Der pensionierte Pädagogische Stufenleiter und Deutschlehrer hatte den Vorlesewettbewerb zum ersten Mal vor 44 Jahren an der Neustädter Schule durchgeführt und freute sich, auch in diesem Jahr wieder seine Erfahrungen als Juror einbringen zu können. Unterstützt wurde er in der Jury von Schulsprecher Rudolf Falkenstern, Bücherei-Leiterin Monika Braun und der ehemaligen Deutschlehrerin Elke Mainusch, die früher die Lesewoche  organisiert hatte.

Dass jedoch nicht nur der Sieg, sondern vor allem der Spaß an guten Geschichten im Vordergrund stand, bewiesen die 41 Sechstklässler, die als Publikum über zwei Stunden lang leise und gespannt  den Lesungen ihrer Klassenkameraden lauschten. Diese weckten in der ersten Runde mit ihren selbstgewählten Texten die Lust auf Literatur: Aus der Klasse 6a punkteten Maximilian Hammer mit seinem frechen Kapitel aus „Gregs Tagebuch: Von Idioten umzingelt!“,  Leon Axt mit dem Fantasy-Klassiker „Harry Potter und der Stein der Weisen“ und Adrian Schäfer mit dem Kultbuch „Der kleine Hobbit“ von J.R.R. Tolkien. Aus der Klasse 6b überzeugte Angelika Richter mit ihrem Vortrag aus Ursula Wölfels Jugendroman „Fligender Stern“, Jana Dammer mit einer Episode aus „Gregs Tagebuch: Böse Falle!“ und Jerome Fakkoornejad mit Liz Pichons Lektüre „Tom Gates: Ich bin so was von genial (aber keiner merkt’s“). Bereits Anfang November waren die sechs Kinder als Klassensieger hervorgegangen und hatten seitdem fleißig das Vorlesen geübt.

roland-schade-und-der-gewinner-jerome-fakkoornejad-beschnittenjpgAngelika, Jerome, Maximilian und Leon gelang der Einzug in die zweite Runde, in der ein unbekannter und anspruchsvoller Textauszug vorgelesen werden musste: Grit Adam (Organisatorin des Vorlesewettbewerbs und Sprecherin des Fachbereichs Deutsch) hatte sich für den biografischen Roman „Im Meer schwimmen Krokodile“ von Fabio Geda entschieden, der die aktuelle Flüchtlingsthematik auf sensible Weise aufgreift. Jerome Fakkoornejad bewältigte – mit sehr knappem Vorsprung – am überzeugendsten die Hürden aus Fremdwörtern, komplexen Sätzen und dramatischem Grundton und wurde damit Schulsieger der Martin-von-Tours-Schule.  Als Anerkennung für ihre gute Leistung erhielten er und seine Mitstreiter ein Buch, damit die Lust am Lesen auch weiterhin erhalten bleibt.

Nadine Kalbfleisch