Vielversprechend hat das neue Jahr für die Martin-von-Tours-Schule (MvTS) begonnen: Auf ihrem Neujahrsempfang am Freitag, den 20. Januar, erhielt die Gesamtschule das Siegel „Deutsche Schachschule“, verlieh erstmalig den Schulpreis und blickte auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2016 zurück.

Rund 80 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und heimischen Vereinen waren der Einladung gefolgt, gemeinsam mit Schulleitung, Schülern und Lehrkräften der Verleihung des Schulschachsiegels und des Martin-von-Tours-Schulpreises beizuwohnen. Die Idee zu diesem ersten Neujahrsempfang, der fortan jährlich stattfinden soll, war der Schulleitung im Rahmen des 40-jährigen Schuljubiläums 2014 gekommen: „Bei den damaligen Feierlichkeiten haben wir gemerkt, wie groß doch das öffentliche Interesse an unserer Schule ist“, freute sich Schulleiter Volker Schmidt. Zur beeindruckenden Entwicklung der Schule gratulierten neben dem Neustädter Bürgermeister Thomas Groll auch die Landrätin Kirsten Fründt und die Landtags-Abgeordnete Handan Özgüven.

Eröffnet wurde die Feier durch die Tanzgruppe der Jahrgangsstufe 5 unter der Leitung von Silke Brauschke: Die Choreografie spiegelte nicht nur das Schulmotto „Gemeinsam miteinander voneinander lernen“ wider, sondern enthielt auch als Höhepunkt eine Hebefigur, bei der zwei übergroße Schachfiguren in die Höhe gehalten wurden. Ein passenderer Übergang zur Verleihung des Schulschach-Zertifikats hätte nicht geschaffen werden können: Als Vorstandsmitglied der Hessischen Schachjugend überreichte Simon Martin Claus das Siegel an Ursula Lembach, deren Einsatz die Etablierung des Faches „Schulschach“ an der Martin-Verleihung des Siegels Deutsche Schachschule - kleinvon-Tours-Schule zu verdanken ist. Begonnen hatte die Entwicklung hin zur Schachschule im Schuljahr 2009/10 mit dem Wunsch des ehemaligen Fünftklässlers Roman Qayumi, eine Schach-AG besuchen zu wollen. Ursula Lembach – selbst passionierte Schachspielerin – hatte als seine damalige Klassenlehrerin  diese Idee aufgegriffen und Schachunterricht in immer größer werdendem Rahmen angeboten. In ihrer täglichen Arbeit und auf Fortbildungen hatte sie erfahren, wie wichtig Schach für die Förderung von Konzentration und Denkvermögen, aber auch Teamgeist und Selbstbewusstsein ist. Nachdem sie Mitstreiter gewonnen und auch viele weitere Schüler sowie deren Eltern mit dem „Schach-Virus“ infiziert hatte, konnte die Schule nun weit vor dem angestrebten Jahr 2020 zur „Deutschen Schachschule“ ernannt werden: „Es war eher ein kurzgehegter als ein langgehegter Traum – alles ging dann doch so schnell“, strahlte Lembach. In seiner Rede betonte Claus, dass die Schule nun 22 von 27 maximalen Kriterien einer idealen Schachschule erfülle: Dazu gehören unter anderem ein eigener Schachraum, das Fach „Schach“ als Pflichtunterricht in drei Jahrgangsstufen sowie als AG-Angebot und nicht zuletzt qualifizierter Unterricht durch zertifizierte Trainer. Über 200 Schülerinnen und Schüler spielen mittlerweile Schach an der MvTS – und die Zahl steigt weiter!

Dass die Schule jedoch nicht nur bezüglich des Schachunterrichts auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurückblicken kann, bewies der Jahresrückblick des Schulleiters: Anhand einer Bilderpräsentation verwies Volker Schmidt auf die vielen Höhepunkte in den verschiedenen Fachbereichen, auf Wettbewerbe, Lesungen und Konzerte, die Arbeit der Schülerfirmen und nicht zuletzt auf die Schulentwicklung in Richtung „70-Minuten-Unterrichtsmodell“. „Unser Jahresrückblick soll zeigen, dass unsere Schule mehr ist als nur Wissensvermittlung – sie lebt ihr Leitbild und öffnet sich für die Gesellschaft draußen!“, erklärte Schmidt.

Diese Öffnung sei nicht zuletzt ehrenamtlichen Helfern zu verdanken. Um deren Engagement zu würdigen, verlieh die Schule erstmals den Martin-von-Tours-Schulpreis. Gleich vier Menschen erhielten einen Pokal für ihre ehrenamtliche Arbeit rund um die Schule: Andrea Bauscher, Roland und Barbara Schade sowie Klaus Günther Thiem. Als Vorsitzende des Fördervereins hatte sich Andrea Bauscher jahrelang für den Erhalt des Schulstandortes und die Entwicklung zur integrierten Gesamtschule stark gemacht. Auch an der Schulhofgestaltung und Neurhythmisierung des Unterrichts hatte sie tatkräftig mitgewirkt.

Die Entstehung der Jubiläums-Festschrift 2015 hingegen wäre ohne das Ehepaar Schade als Herausgeber nicht möglich gewesen. Darüber hinaus haben sich die beiden pensionierten Lehrkräfte bis heute im Projekt „Schule ohne Rassismus“ eingebracht und Schülergruppen betreut.

Seiner alten Schule die Treue hielt auch der pensionierte Lehrer Klaus G. Thiem, der acht Jahre lang ehrenamtlich die Homepage der Schule betreute und im Jahr 2015 die bildreiche Jubiläumsausstellung erstellte.

Dass die Schule aber auch in der Gegenwart äußerst rührig ist, bewies ein buntes Rahmenprogramm, das neben einem Klaviervortrag des Fünftklässlers Carlo Kappel auch ein Musical der dritten Klassen umfasste.

Nadine Kalbfleisch