Spannend und praxisnah schnupperten die AchtklässlerInnen der Martin-von-Tours-Schule in die Arbeitswelt hinein: An neun „Werkstatt-Tagen“ im Lauterbacher BZL rasierten sie etwa Luftballons, schnitten Kumquat-Früchte, bauten ein Metallkästchen und einen Schaltkreis oder hellten am PC einen Gewitterhimmel auf. Anhand solcher Übungen lernten die 36 Jugendlichen nicht nur ihre persönlichen Stärken und Schwächen besser kennen, sondern fanden auch heraus, welches Berufsfeld sie interessieren könnte: In je zweitätigen Workshops stellten sich die Bereiche Pflege, Gastronomie, Elektrotechnik, Mediengestaltung und Metallverarbeitung vor. In festen Gruppen durchliefen die Schüler jedes dieser Berufsfelder und erhielten so einen breiten Einblick. Experten aus den jeweiligen Berufen verknüpften Theoriewissen mit Praxisübungen und vermittelten auch die Bedeutung von Werten wie Höflichkeit, Sorgfalt und Geduld, die an jedem Arbeitsplatz eine Rolle spielen. Dabei empfanden viele Schüler auch einen neuen Respekt vor Berufen wie Altenpfleger/in oder Kellner/in: „Die müssen ganz schön geschickt sein“, staunte eine Jugendliche, nachdem sie selbst einen Thrombose-Verband gewickelt und ein volles Tablett balanciert hatte.

Die „Werkstatt-Tage“ im Berufs- und Technologiezentrum Lauterbach (BZL) stellen mit ihrer Praxisnähe einen wichtigen Teil der Berufsvorbereitung an der Martin-von-Tours-Schule dar: Nachdem die Schüler schon eine Potenzialanalyse in der Schule durchlaufen hatten, erlebten sLecker Obstsalat - kl.ie nun einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Wunschberuf – diesmal außerhalb der Schule. Der Stolz auf die eigene Leistung kam dabei von selbst, wenn die Schüler ihren ersten „Exoten-Fruchtsalat“ zubereitet, ein Foto am PC optimiert oder eben einen „Luftballon-Patienten“ rasiert hatten, ohne dass er platzt. „Ich möchte mal Elektriker werden“, erklärte ein Schüler am letzten Praxistag am 3. November. „Jetzt weiß ich genau, wofür ich mich in der Schule anstrengen muss.“

Nadine Kalbfleisch